Tours liegt als Hauptstadt des Départements Indre-et-Loire in der Region Centre-Val de Loire und wird von den Flüssen Loire und Cher durchzogen. Die Stadt erstreckt sich zwischen Orléans und der Atlantikküste, wobei ihr Zentrum auf zwei Inseln in der Loire liegt. Diese Inseln, Île Simon und Île Aucard, sind durch die Mündung des Cher geprägt, während die größere Île Honoré de Balzac im Cher selbst liegt. Historisch war Tours von fünf Inseln umgeben, die im Laufe der Zeit verändert oder miteinander verbunden wurden.
Der Name der Stadt geht auf den keltischen Stamm der Turonen zurück, die hier vor der römischen Zeit eine Anhöhe besiedelten. Die Römer nannten diesen Ort Caesarodunum und errichteten eine Stadtmauer, nachdem die Stadt im dritten Jahrhundert angegriffen worden war. Im Mittelalter wurde Tours durch die Basilika des Heiligen Martin zu einem bedeutenden Pilgerziel, und Karl Martell besiegte hier 732 die Mauren. Später wurde die Stadt zur königlichen Nebenresidenz, etwa als Ludwig XI. im nahegelegenen Schloss Plessis-lès-Tours residierte.
Tours ist bekannt für seine gotische Kathedrale und prächtige Renaissance-Paläste, die von Künstlern wie Jean Fouquet und Michel Colombe geprägt wurden. Die Stadt erlebte wirtschaftliche Blütezeiten, etwa durch die Seidenweberei, litt aber auch unter den Hugenottenkriegen und den Folgen der Aufhebung des Edikts von Nantes. Heute prägen historische Stadtviertel, Parkanlagen wie der Jardin des Prébendes d'Oé und der imposante Bahnhof von Victor Laloux das Bild. Die Loire, einst wichtig für den Gütertransport, verlor durch die Eisenbahn an Bedeutung, doch die Stadt bleibt ein kulturelles und historisches Zentrum.