Wendelstein liegt im mittelfränkischen Landkreis Roth, nur etwa dreizehn Kilometer südsüdöstlich des Nürnberger Stadtzentrums. Eingebettet im Schwarzachtal ist der Ort vor allem im südöstlichen Bereich von ausgedehnten Wäldern umgeben, während im Norden der Ludwig-Donau-Main-Kanal vorbeifließt. Das Gemeindegebiet umfasst auch eine unbewohnte Exklave im Lorenzer Reichswald. Verkehrswege wie die Autobahnen A6, A73 und A9 rahmen den Markt ein, während der Ortsteil Röthenbach vom Kanal durchzogen wird.
Die Wurzeln Wendelsteins reichen bis in die Steinzeit zurück, wie Funde belegen, doch seine eigentliche Entstehung hängt mit der Reichsburg Nürnberg zusammen. Um das Jahr 1040 entstand hier ein Königshof als vorgeschobener Stützpunkt, der die Wege nach Altdorf und Allersberg überwachte. Der Name könnte sich von einer Burg mit Wendeltreppe ableiten oder auf die slawischen Wenden zurückgehen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort 1259, als ein Nürnberger Bürger das Propsteiamt Fürth pachtete. Im Mittelalter wechselten die Besitzverhältnisse mehrfach, bis schließlich Nürnberg und Ansbach die Herrschaft teilten.
Heute prägen historische Bauwerke wie die Wehrkirche St. Georg mit ihrem Dreikönigs-Flügelaltar das Bild. Drei Herrenhöfe sind erhalten, darunter das „Wendelsteiner Schlösschen“ und das „Pfinzingschlösschen“. Die Industrialisierung brachte Drechsler und Metalldrücker in den Ort, während der Sandsteinabbau in Wernloch an Bedeutung gewann. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal und die einstige Bahnstrecke Feucht–Wendelstein zeugen von der verkehrsgeografischen Lage. Regelmäßige Eingemeindungen erweiterten das Gemeindegebiet, darunter Raubersried und die Schwarzenloher Ortsteile.