Bocholt liegt im Westen von Nordrhein-Westfalen, wo das Westmünsterland in das Niederrheinische Tiefland übergeht. Die Stadt wird von der Bocholter Aa durchflossen, die im Westen des Stadtgebiets fließt. Im Norden grenzt sie an die Niederlande, während im Südwesten der Kreis Wesel beginnt. Die Höhenunterschiede sind gering: Während der Westen zwischen 15 und 25 Metern über dem Meeresspiegel liegt, erreichen einige Ortsteile im Osten wie Barlo oder Stenern bis zu 48 Meter.
Erstmals taucht Bocholt im 8. und 9. Jahrhundert als „Bohholz“ in den Annalen der fränkischen Könige auf, verbunden mit den Sachsenkriegen Karls des Großen. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort um eine alte Pfarre und einen bischöflichen Hof an einem Aa-Übergang. 1222 erhielt Bocholt Stadtrechte nach Vorbild Münsters, um die Macht des Bischofs von Münster im Westen des Bistums zu festigen. Die Stadt prägten im 14. und 15. Jahrhundert Hansehandel, Klöster und die gotische Hallenkirche St. Georg, während Goldschmiede wie Israhel van Meckenem wirkten.
Heute ist Bocholt vor allem durch seine Textiltradition bekannt, die im 16. Jahrhundert durch flämische Flüchtlinge begründet wurde. Das Ravardiviertel mit seiner Ausgehmeile erinnert an die mittelalterliche Stadtstruktur, während die Umgebung mit ausgedehnten Feldern und wenigen Wäldern das ländliche Münsterland prägt. Der Wahlspruch der Einheimischen „Nörgens bäter as in Bokelt“ spiegelt den lokalen Stolz wider.