Cambil liegt eingebettet in die Sierra Mágina, einem Gebirgszug der Sierra Morena, etwa dreißig Kilometer südöstlich von Jaén. Die Höhenlage des Ortes schwankt zwischen 760 und 780 Metern, das Klima ist im Winter mild, im Sommer dagegen heiß und trocken. Die Niederschläge bleiben mit rund 530 Millimetern im Jahr gering, wobei der Regen hauptsächlich außerhalb der Sommermonate fällt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Bronzezeit, als Felsgräber angelegt wurden. Später hinterließen Römer ihre Spuren durch Sarkophage und Säulen bei Arbuniel. Im frühen achten Jahrhundert erreichten die Mauren die Region und nannten den Ort Qanbil. Nach wechselnder Herrschaft unter verschiedenen islamischen Reichen wurde Cambil schließlich im 14. Jahrhundert von christlichen Truppen erobert, bevor es erneut unter maurische Kontrolle geriet. Erst kurz vor dem Fall Granadas wurde der Ort dauerhaft christlich. Die Vertreibungen der Juden und Muslime im 15. und 17. Jahrhundert prägten die weitere Entwicklung.
Heute ist Cambil vor allem von Olivenhainen umgeben, die das Landschaftsbild der Provinz Jaén prägen. Die Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert, die auf den Fundamenten einer Moschee errichtet wurde, beherbergt ein bedeutendes Altarretabel aus dem frühen 17. Jahrhundert. In der Umgebung finden sich noch Reste mittelalterlicher Burgen wie das Castillo de Mata Bejid, das von den Mauren erbaut und später von Christen eingenommen wurde. Der Ort lebt heute von Handwerk, Handel und Tourismus, wobei Ferienhäuser eine wichtige Rolle spielen.