Enger liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Die Stadt erstreckt sich über sanfte Hügel, deren höchster Punkt bei Westerenger nur 137 Meter über dem Meeresspiegel erreicht, während der tiefste Bereich im Ortsteil Siele auf etwa 65 Meter abfällt. Zahlreiche kleine Bäche wie der Brandbach oder die Sieler Beeke durchziehen das Gebiet und leiten das Wasser zur Else, einem Nebenfluss der Werre. Enger grenzt im Westen an Spenge, im Norden an Bünde und im Osten an Hiddenhausen und Herford.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde Enger im Jahr 804, doch bereits um das Jahr 800 fanden sich hier Gräber im Chor der späteren Stiftskirche. Die Stadt entwickelte sich um ein im 10. Jahrhundert gegründetes Kanonikerstift, das mit Unterstützung der Widukind-Nachfahrin Mathilde I. entstand. Im Mittelalter wechselte Enger mehrfach die Herrschaft, bis es 1408 an die Grafschaft Ravensberg fiel. Nach Zerstörungen und Bränden erhielt Enger 1719 das Stadtrecht und wurde Teil Preußens.
Heute ist Enger als Widukindstadt bekannt, da hier der Sachsenherzog Widukind begraben sein soll. Prägend ist die historische Stiftskirche, die auf einer Anhöhe steht und von der mittelalterlichen Vergangenheit zeugt. Einst gab es hier ein Wittekind-Denkmal, das heute nicht mehr erhalten ist. Die Stadt verbindet ländlichen Charme mit industrieller Vergangenheit, etwa durch die frühere Kleinbahn, die das Gebiet erschloss.