Hungen liegt im mittelhessischen Landkreis Gießen, dort wo die Wetterau in den Vogelsberg übergeht. Die Stadt wird von mehreren Nachbargemeinden umgeben: im Norden von Laubach, im Osten von Nidda, im Süden von Wölfersheim und Echzell sowie im Westen von Münzenberg und Lich. Durch das Stadtgebiet fließt die Horloff, über deren Tal sich die Siedlung erhebt.
Erstmals erwähnt wurde Hungen im Jahr 782, als Karl der Große den Ort mit 40 Hufen und 28 Mansen an die Abtei Hersfeld schenkte. Im Mittelalter gehörte Hungen zur Hersfeldischen Mark und stand unter dem Einfluss verschiedener Adelsgeschlechter wie den Münzenbergern und Falkensteinern. 1361 erhielt die Siedlung Stadtrechte, und 1469 wurde ihr ein Marktrecht verliehen, das den traditionellen Allerheiligenmarkt begründete. Später war Hungen zeitweise Residenz einer eigenen Grafschaft, bis es 1803 an Hessen-Darmstadt fiel.
Hungen trägt den Beinamen „Die Schäferstadt“ wegen des alle zwei Jahre stattfindenden Schäferfests. Die Altstadt mit ihrer historischen Pfarrkirche und der markanten Lage über der Horloff prägt das Bild. Die umliegenden Ortsteile wie Bellersheim, Inheiden oder Trais-Horloff wurden erst in den 1970er Jahren eingemeindet und verleihen der Stadt heute eine ländlich geprägte Vielfalt.