Stabio liegt im südlichsten Kanton der Schweiz, im Tessin, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt. Das Dorf mit seinen Ortsteilen Gaggiolo, Santa Margherita und San Pietro ist umgeben von sanften Hügeln und liegt auf etwa 350 Metern Höhe. Chiasso, ein wichtiger Grenzort, ist nur zehn Kilometer entfernt, während im Norden Clivio und im Süden Bizzarone die Nachbargemeinden in Italien bilden.
Schon in der Römerzeit war die Gegend besiedelt, wie Funde in San Pietro belegen. Der Name leitet sich vom lateinischen „stabulum“ für Stall ab. Später prägten Langobarden und Benediktiner das Leben hier, die Zehntrechte und Güter besaßen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Stabio zu einem Zentrum der Seiden- und Tabakindustrie, bevor es sich im 20. Jahrhundert zu einem industriellen Standort wandelte. Politisch war die Gemeinde lange mit Mendrisio verbunden, bis sie sich 1575 kirchlich selbstständig machte.
Heute ist Stabio vor allem für sein gut erhaltenes Ortsbild bekannt, das als national schützenswert gilt. Die Pfarrkirche Santi Giacomo e Cristoforo und die barocke Kapelle Beata Vergine del Suffragio zeugen von der langen Geschichte. Auch moderne Architektur wie die Casa Rotonda von Mario Botta findet sich hier. Kulturell bereichern das Figurentheater „Maribur“, Open-Air-Kino und die Philharmonie das Leben. Persönlichkeiten wie der Bildhauer Natale Albisetti oder der Radprofi Cadel Evans haben hier gewirkt oder leben in Stabio.