Fendels liegt versteckt in den Ötztaler Alpen, südöstlich des Oberen Gerichts auf den sonnigen Hängen des Glockturmkamms. Der Ort wird von zwei Bächen durchzogen, dem Fendler Bach und dem Gschwendtbach, während sich das Gemeindegebiet über etwa dreizehn Quadratkilometer erstreckt. Fast die Hälfte der Fläche ist bewaldet, ein Drittel besteht aus Almen, und ein kleiner Teil wird landwirtschaftlich genutzt. Der Rest ist hochalpines Ödland.
Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen aus der Zeit der Rätoromanen, doch erstmals urkundlich erwähnt wurde Fendels 1288 als Venels im landesfürstlichen Urbar Meinhards II. von Tirol-Görz. Später gehörte der Ort dem Erzherzog Siegmund, der hier eine Jägerhütte besaß und dem Dorf einen Kaplan stiftete. Fendels lebte lange von fruchtbarer Landwirtschaft in einer windgeschützten Mulde, wo Roggen, Weizen und Gerste angebaut wurden. Ein schwerer Brand 1939 und ein weiterer 1972 zerstörten den ursprünglichen Ortskern mit seinen eng gebauten Steinhäusern, doch in der Umgebung blieben typische Hofanlagen erhalten. Erst 1959 erhielt das abgelegene Dorf durch eine Straße Anschluss an die Außenwelt, nachdem es zuvor nur per Seilbahn erreichbar war. Der Bau eines Skilifts brachte schließlich den Tourismus in Schwung.
Heute prägen die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die Lourdeskapelle und die Dorfkapelle das Bild des Ortes. Fendels ist für seine ausgewogene Touristensaison bekannt, mit etwa gleich starken Sommer- und Wintergästen, die jährlich rund 80.000 Übernachtungen bringen. Der Ort beherbergte bedeutende Persönlichkeiten wie den Bildhauer Andreas Kölle und Serafin Eberhart. Sein Wappen, verliehen 1978, erinnert an die lange Herrschaft des Stifts Stams, das einst fast der alleinige Grundherr in Fendels war.