Fiss liegt als Gemeinde im Tiroler Oberland, etwa fünfhundert Meter über dem Inntal, auf einer nach Süden ausgerichteten Hangterrasse. Das Gemeindegebiet umfasst Wälder und Schutzzonen, während sich über dem Ort markante Gipfel wie das Schönjoch erheben. Die Landschaft wird von den Samnaun- und Ötztaler Alpen geprägt, die das Bild des oberen Gerichts bestimmen.
Der Name Fiss geht vermutlich auf eine vorrömische Bezeichnung zurück und wurde erstmals 1288 urkundlich erwähnt. Frühe Siedler waren Räter, später folgten Römer und Bajuwaren, die den heutigen Dialekt prägten. Die ältesten Steinhäuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Lange Zeit lebte der Ort von der Landwirtschaft, bis im 20. Jahrhundert der Tourismus an Bedeutung gewann.
Heute ist Fiss vor allem als Teil der Skiregion Serfaus–Fiss–Ladis bekannt. Der Ort bewahrt seinen traditionellen Charakter mit engen Gassen und Bauernhöfen, während Hotels und Freizeiteinrichtungen das Bild ergänzen. Ein besonderer Brauch ist das Blochziehen, ein alter Fasnachtsbrauch, der als immaterielles Kulturerbe gilt. Das Gemeindewappen zeigt eine Sonne und Ähren, die auf die Lage und die historische Gerstenart verweisen.