Prutz liegt im Tiroler Oberland am Eingang des Kaunertals, wo der Faggenbach einen fruchtbaren Schwemmkegel aufgeschüttet hat. Das Dorf gehört zum oberen Gericht im Inntal und ist von Wäldern und Wiesen umgeben, die zwei Drittel der Fläche einnehmen. Die restliche Gemarkung wird landwirtschaftlich genutzt.
Erstmals taucht Prutz im frühen 11. Jahrhundert als „locus qui dicitur Bruttes“ in einem Streit zwischen Brixener und Regensburger Bischöfen um Zehntrechte auf. Der Name wandelte sich über Jahrhunderte von Brutts zu Prutz und bezeichnete ursprünglich eine Talebene. An der alten Römerstraße Via Claudia Augusta gelegen, diente der Ort lange als Rast- und Poststation. Ein Großbrand zerstörte Anfang des 20. Jahrhunderts weite Teile des Dorfes, doch blieb das typische westtirolerische Siedlungsbild mit dicht aneinandergereihten Häusern erhalten.
Prutz prägen historische Bauwerke wie die barockisierte Pfarrkirche mit Antoniuskapelle und der renovierte Winkelstadl im Zentrum. Die Pontlatzer Brücke spannt sich als markante Eisenparabelbrücke über den Inn, während die Prutzer Mauer aus dem 18. Jahrhundert das Ortsbild prägt. Zahlreiche Kapellen und die Einsiedelei Wiesele zeugen von religiöser Tradition. Vereine wie die Musikkapelle und der Schützenverein beleben das Gemeinschaftsleben. Wirtschaftlich steht das Kaunertalkraftwerk mit seiner Pumpspeicherfunktion im Mittelpunkt, das seit den 1960er Jahren Strom erzeugt.