Fließ liegt als Haufendorf im Oberen Gericht Tirols auf einem kleinen Plateau etwa zweihundert Meter über dem Inntal. Am Fuß des zum Venet-Massiv gehörenden Krahbergs verteilen sich die sechs Fraktionen und rund siebzig Weiler über die Hänge und das Tal. Das Gemeindegebiet reicht von 800 bis 1580 Meter Höhe und umfasst im Norden das Wannejöchel, im Osten den Piller Sattel, im Süden die Pontlatzer Brücke und im Südwesten das Urgtal.
Erste Spuren reichen bis in die Bronzezeit zurück, darunter der Kathreinfund und Reste eines Hauses im Ortsteil Silberplan. Zur Römerzeit diente Fließ als wichtige Raststation, was zahlreiche Funde belegen. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus den Jahren zwischen 1115 und 1122, als Besitz an das Stift Rottenbuch übertragen wurde. Nach einer Naturkatastrophe 1547 und einem Großbrand 1933 wurde der Ort neu aufgebaut, wobei Teile des alten Kerns erhalten blieben.
Die Gemeinde beherbergt die älteste Kirche der Region, die heutige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit Grundmauern aus dem sechsten Jahrhundert. Sehenswürdigkeiten wie die Barbarakirche, das Schloss Bidenegg und das Archäologische Museum mit hallstattzeitlichen Schätzen prägen das Bild. Alle vier Jahre zieht das Blochziehen über 4500 Besucher an. Die Pillerhöhe mit ihrem Opferhügel und das Naturparkhaus Kaunergrat zeigen die Verbindung von Natur und Geschichte.