Gescher, auch Glockenstadt genannt, liegt im Münsterland im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen. Die Stadt wird von der Berkel durchflossen, während die Dinkel im Nordosten für einige Kilometer die Grenze zur Nachbargemeinde Rosendahl bildet. Gescher ist verkehrsgünstig an die Autobahn A 31 angebunden und über die B 525 erreichbar.
Erstmals erwähnt wurde Gescher als Oberhof des Stiftes Borghorst unter dem Namen Gasgare, später Gaschari. Die Gründung einer Pfarrei um das Jahr 1000 führte zur Entstehung einer dörflichen Siedlung in den Feuchtgebieten der Siepen. Immer wieder wurde die Entwicklung durch Brände, Kriege und Plünderungen unterbrochen, etwa während der Niederländischen Befreiungskriege oder des Dreißigjährigen Krieges. Wirtschaftlich prägte die Textilindustrie das 19. und frühe 20. Jahrhundert, besonders durch die mechanische Weberei Huesker & Co.
Heute ist Gescher vor allem als Glockenstadt bekannt, wovon auch das Glockenmuseum zeugt. Der Ortsteil Hochmoor entstand aus einem trockengelegten Moor und wurde nach 1945 zur neuen Heimat für Vertriebene. Die Stadt bewahrt historische Spuren wie die Versunkene Burg Brockhusen oder den jüdischen Friedhof, der trotz Verwüstungen erhalten blieb. Die umliegenden Naturschutzgebiete wie die Berkelaue oder das Kuhlenvenn laden zu Erkundungen ein.