Jerzens liegt versteckt im vorderen Pitztal, wo die Pitze zwischen bewaldeten Hängen bis auf fast dreitausend Meter ansteigt. Der tiefste Punkt des Tals erreicht etwa tausend Meter über dem Meer, während sich unterhalb des Ortes ein sonniges, windgeschütztes Maisanbaugebiet erstreckt. Die Gemeinde umfasst etwa dreißig Quadratkilometer, von denen die Hälfte aus Wald besteht und ein Viertel aus alpinen Flächen. Weiler wie Ritzenried und Wiesle gehören ebenfalls zur Gemeinde.
Frühe Spuren deuten auf bronzezeitliche Durchwanderer hin, doch erst die Walser prägten die Besiedlung vom Engadin aus. Der Name erscheint 1299 erstmals als Irss und könnte sich von einem rätoromanischen Wort für „steil“ ableiten. Im 14. Jahrhundert wurde Jerzens als steuerlicher Ortsverband erwähnt, entwickelte sich später zur eigenständigen Steuergemeinde und wurde 1811 zur politischen Gemeinde. Die Kirche zum hl. Gotthard entstand 1736/37, und 1891 wurde Jerzens schließlich eine eigene Pfarre.
Die Gemeinde ist geprägt durch ihre barocke Pfarrkirche und mehrere Kapellen, darunter die Herz-Jesu-Kapelle in Ritzenried. Wirtschaftlich lebte Jerzens lange von Landwirtschaft und Handwerk, bis der Tourismus mit dem Schigebiet Hochzeiger ab 1964 neue Wege eröffnete. Heute bietet das Gebiet moderne Liftanlagen und über zweitausend Gästebetten, wobei der Wintertourismus dominiert. Persönlichkeiten wie der Skirennläufer Gernot Reinstadler oder der Bischof Hermann Raich verbinden den Ort mit überregionaler Bedeutung.