Jungholz liegt als kleine Gemeinde im österreichischen Bundesland Tirol, eingebettet in die Berglandschaft des Tannheimer Tals. Das Dorfzentrum befindet sich auf etwa 1050 Metern Höhe und ist nur über deutsches Gebiet erreichbar, da das gesamte Gemeindegebiet von bayerischem Boden umgeben ist. Lediglich ein einziger Punkt am Gipfel des Sorgschrofen verbindet Jungholz mit dem restlichen Tirol. Mit seinen rund 300 Einwohnern wirkt der Ort wie eine Insel, umgeben von den bayerischen Nachbargemeinden Bad Hindelang, Wertach, Nesselwang und Pfronten.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1342, als das Gebiet in einem Kaufvertrag zwischen Bewohnern aus dem Tannheimer Tal und Wertach erwähnt wurde. Trotz mehrerer Grenzstreitigkeiten blieb Jungholz bei Tirol, und die Grenzen wurden erst im 19. Jahrhundert endgültig festgelegt. Wirtschaftlich war die Gemeinde lange Zeit eng mit Bayern verbunden, etwa durch einen Zollvertrag aus dem Jahr 1868, der Jungholz zu einem Zollanschlussgebiet Deutschlands machte. Diese Besonderheit prägt bis heute das Leben im Ort, etwa durch die gemeinsame Nutzung deutscher und österreichischer Postleitzahlen oder die hohe Zahl an Nicht-Österreichern unter den Einwohnern.
Jungholz ist vor allem für seinen Tourismus bekannt, der sich auf Familien und Naturliebhaber konzentriert. Der Ort bietet mehrere Aufstiegshilfen für Skifahrer und Wanderwege, darunter einen Kräutergarten, in dem Besucher bei der Herstellung von Kräuterprodukten mitwirken können. Traditionelle Feste wie das Maibaumaufstellen oder der Almabtrieb ziehen jedes Jahr Besucher an. Die katholische Pfarrkirche und die kleinen Kapellen in den Ortsteilen prägen das Ortsbild, während das Freischwimmbad und der Minigolfplatz für Freizeitmöglichkeiten sorgen. Die geografische Lage macht Jungholz zu einem einzigartigen Ort, der sowohl Tirol als auch Bayern verbindet.