Wickede (Ruhr) liegt im Süden des Münsterlandes, wo sich das Ruhrtal weitet und der Haarstrang als sanfte Erhebung beginnt. Die Ruhr durchfließt den Ort von Süden nach Norden und prägt mit ihren Ufern das Landschaftsbild, während der Bellingser Berg als höchste Erhebung aufragt. Im Norden grenzt die Gemeinde an Werl, im Osten an Arnsberg, im Süden an Menden und im Westen an Fröndenberg und Unna.
Erste Spuren des Ortes reichen ins 11. Jahrhundert zurück, doch urkundliche Belege stammen erst aus späterer Zeit, darunter eine gefälschte Urkunde aus dem 12. Jahrhundert. Ursprünglich bestand Wickede aus einer kleinen Streusiedlung mit fünf Höfen, die zur Grafschaft Arnsberg gehörte. Nach wechselnden Herrschaften – darunter Kurköln und Preußen – entwickelte sich der Ort im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung. Wasserkraft und Eisenbahn brachten Stahlwerke und eine Glashütte, die sogar Glas für den Eiffelturm lieferte. Doch der Ort blieb auch von Katastrophen geprägt, etwa der Flutwelle nach dem Angriff auf die Möhnestaumauer 1943.
Heute ist Wickede eine Gemeinde mit vier Ortsteilen, die sich aus früheren Einzelgemeinden zusammensetzt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt Schloss Echthausen, ein ehemaliges Rittergut der Familie von Boeselager, das in einem weitläufigen Park liegt. Die Gemeinde pflegt eine Partnerschaft mit der polnischen Landgemeinde Jemielnica. Wirtschaftlich steht Wickede für seine Verbindung zur Schwerindustrie, was sich auch im Wappen widerspiegelt: Ein Zahnrad symbolisiert die industrielle Vergangenheit, während das kurkölnische Kreuz die historische Zugehörigkeit zeigt.