Die Gemeinde Möhnesee liegt im Süden des Kreises Soest in Nordrhein-Westfalen, wo sich die flache Soester Börde allmählich zum bewaldeten Sauerland erhebt. Der namensgebende Möhnesee, ein großer Stausee, durchzieht das Gebiet in Ost-West-Richtung und wird von der Möhne durchflossen. Im Norden grenzt die Stadt Soest an, während im Süden der Arnsberger Wald beginnt. Die Landschaft steigt vom tiefsten Punkt bei 148 Metern im Bilmer Grund bis zu 413 Metern auf dem Phankopf an.
Die Wurzeln der heutigen Gemeinde reichen weit zurück: Körbecke, der größte Ort, wurde bereits 987 erstmals erwähnt, und das Kirchspiel umfasste einst fünfzehn Dörfer. Politisch wechselte das Gebiet zwischen Soest und Kurköln, bis es 1368 an das Herzogtum Westfalen fiel. Entscheidend für die Entwicklung wurde jedoch der Bau der Möhnetalsperre zwischen 1908 und 1912, der den See schuf und viele Bewohner umzusiedeln zwang. Die Sperrmauer in Günne wurde 1913 fertiggestellt, 1943 durch Bomben zerstört und später wiederaufgebaut.
Heute prägt der See das Leben der Gemeinde, die sich aus vierzehn Ortsteilen wie Delecke, Günne und Völlinghausen zusammensetzt. Die Drüggelter Kapelle aus dem 12. Jahrhundert und die Körbecker Pfarrkirche mit ihrem romanischen Turm zeugen von der langen Geschichte. Der Tourismus am Möhnesee ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und die malerische Landschaft mit Wäldern, Flüssen und dem Haarstrang als Wasserscheide lädt zum Verweilen ein.